Echte Thüringer Klöße

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Echte Thüringer Klöße

Ein DDR-Rezept aus dem Jahr 1989

Thüringer Klösse

Zutaten

für 10 bis 12 Thüringer Klöße:

3000 g Kartoffeln (groß und möglichst stärkehaltig), 1 Eßl. Salz, 2 bis 3 Brötchen oder entspr. Weißbrot, 50 g Butter.

Zubereitung

2000 g Kartoffeln schälen, waschen und sofort in frisches kaltes Wasser geben, um Verfärbungen zu vermeiden (wichtig für die Farbe der Klöße).
Die so vorbereiteten Kartoffeln mit der Hand oder mit der Küchenmaschine möglichst fein reiben, und zwar so, daß der Reibebrei in eine Schüssel mit handwarmem bis lauwarmem Wasser einrinnt, wo das Wasser den Brei knapp bedeckt.
Mit der gespreizten Hand die rohe Reibemasse im Wasser auswaschen und alles stehenlassen, bis sich die Reibemasse und die Stärke völlig abgesetzt haben.
Das über der Reibemasse stehende, meist rötlich aussehende und schaumige Wasser vorsichtig, ohne die Stärke
aufzurühren, abgießen. (Man kann den Vorgang des »Auswaschens« nochmals wiederholen: frisches Wasser zugießen und wie vorher verfahren.
Allzusehr sollte die Reibemasse nicht ausgelaugt werden; das waschen nimmt den Kartoffeln jedoch den rohen Geruch und verbessert die Farbe.)
Die Reibemasse mit der noch verbliebenen Flüssigkeit über einer großen Schüssel in einen sog. »Kloß-Preßsack« (ein engmaschiges, gestricktes Säckchen aus weißem haltbarem Baumwollgarn o. ä. Material) schütten, gut abtropfen
lassen (das Wasser aufheben) und mit der Hand oder in einer geeigneten Presse (Thüringer Kartoffelpresse, ähnlich einer Obstpresse) tüchtig auspressen.
Das durch Abtropfen und Auspressen angefallene Wasser etwas stehenlassen, damit sich die mitausgepreßte Stärke am Boden absetzt, dann das darüberstehende Wasser abgießen und die Stärke zu der trocken ausgepreßten Reibemasse in eine entsprechend große Rührschüssel geben.
Die Reibemasse etwas zerpflücken bzw. zerkrümeln und gleichmäßig ganz locker auf dem Schüsselboden verteilen (die gleichmäßige Verteilung wird erleichtert, wenn man der Masse vorher eine knappe Tasse warmes Wasser zufügt).
1000 g Kartoffeln – geschält, gewaschen, geviertelt oder gewürfelt -mit Wasser ohne Salz zu einem Brei kochen, der eher etwas suppig als zu fest sein soll, die Kartoffeln fein zerstampfen oder durch ein Sieb streichen.
Der suppige Brei muß absolut klümpchenfrei sein und bleibt bis zur Weiterverarbeitung kochend heiß im Wasserbad, um ein Anbrennen zu vermeiden.
Dann den sprudelnd kochenden bzw. »blubbernden« dünnen Kartoffelbrei in zwei bis drei großen Teilen breit und gleichmäßig über die zerkrümelte Reibemasse schütten und das Ganze mit einem stabilen Holzrührlöffel zunächst schnell verrühren und dann kräftig verkneten. (Man kann den Aufschließungsprozeß der Stärke und die zunehmende Gare an der zunehmenden Zähigkeit erkennen. Die Gare ist abgeschlossen, wenn sich der Teig beim Kneten vom Schüsselrand löst. Eine Kostprobe zeigt, daß die Masse nicht mehr nach rohen Kartoffeln schmeckt.)
Ist dieser Zustand erreicht, keinen Kartoffel-Kochbrei mehr zugeben.
Von der fertigen Kloßmasse mit in kaltem Wasser angefeuchteten Händen Klöße (Durchmesser 6 bis 7 cm) formen, in die Mitte jedes Kloßes vier bis fünf in Butter knusprig geröstete Semmelwürfel geben, die Klöße in siedendes, leicht gesalzenes Wasser (in einem großen flachen Topf, damit sich die Klöße nicht berühren) gleiten lassen und bei kleingestellter Flamme etwa 15 Minuten ziehen, aber nicht kochen lassen.
Klöße sollten grundsätzlich frisch, unmittelbar nach dem Garziehen serviert werden. Ein Aufwärmen ist zwar möglich, aber Qualität und Geschmack nicht zuträglich.
Thüringer Klöße passen zu allen Fleischgerichten mit kräftigen Würz- und Rahmsoßen, so z. B. zu Sauerbraten, Rouladen, Gulasch, Wild und Geflügel, Kaninchenbraten usw..

[Quelle: Die besten Rezepte aus der Fernsehküche, © VEB Fachbuchverlag Leipzig, 1989]

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