DDR-Küche & Esskultur

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DDR-Küche & Esskultur

Ein großes Problem in der ehemaligen DDR war, daß nicht immer alle Zutaten verfügbar waren.

Lebensmittelkarten gab es zwar seit 1958 nicht mehr, was jedoch nicht hieß, daß Lebensmittel aller Art unbegrenzt zur Verfügung standen.

Teures Fleisch wie Lende wurde noch bis in die 60er Jahre auf Ration verkauft.

Die Küche der 20er und 30er Jahre wurde weitergeführt und angepasst.

Jede Gaststätte und jeder Haushalt in der DDR war gezwungen zu improvisieren, woraus einfache, eigenständige Speisen und Rezepte entstanden.

Auch abgewandelte Gerichte aus den Bruderländern, wie zum Beispiel die russische Soljanka waren in der DDR sehr verbreitet.

Als erste Kochbücher aus dem Verlag für die Frau Leipzig, welcher auch heute noch unter anderem Namen existiert, erschien 1962 das bekannte Buch „Wir kochen gut“ und später dann „Wir backen gut“. Diese Bücher waren in fast jedem Haushalt der DDR zu finden. Beide Bücher erscheinen weiterhin und sind käuflich erhältlich.

Wir kochen gut: Rezepte mit Tradition
Wir kochen gut: Rezepte mit Tradition
von Buchverlag für die Frau

Millionen Leser kennen dieses Buch und schätzen es: „Wir kochen gut“ löst seit Jahrzehnten das Versprechen in seinem Titel zuverlässig ein. Ein gründliches, solides, erstaunlich zeitloses Grundkochbuch, das ohne Schwierigkeiten über Jahrzehnte ununterbrochen am Buchmarkt etabliert ist. 1962 noch mit der Sparsamkeitsorientierung aus der Nachkriegszeit, aber auch schon mit guten Ideen fürs...

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In den Kochbüchern und Rezeptheften gab es keine Angaben zu den Schaltstufen für den Herd, statt dessen wurde zum Beispiel „Mittelhitze“ angeben. Grund dafür war die unterschiedliche Ausstattung der DDR-Haushalte mit verschiedenen Öfen wie Gas, Kohle, Strom.

Namen der Nahrungsmittel & Speisen

Westliche Bezeichnungen und Bezeichnungen die an feudale Zeiten erinnern war man bestrebt zu beseitigen.

Zum Beispiel wurde aus Bismarck-Hering der Delikateß-Hering, vom Kuchen Bismarck-Eiche blieb nur noch Eiche, aus Fürst-Pückler-Eis wurde Halbgefrorenes. Tilsiter Käse war wegen der Umbenennung der Stadt Tilsit zum Unwort geworden, Königsberger Klopse wurden einfach in Kochklopse umbenannt. Hingegen haben Schweizer- und Limburger Käse ihre Bezeichnungen behalten.

Der bekannteste Fernsehkoch und Chefkoch in der DDR war Kurt Drummer (* 20. März 1928 in Gornsdorf; † 8. Juni 2000 in Chemnitz).
Kurt Drummer wurde in der DDR vor allem aufgrund seiner Tätigkeit als Fernsehkoch bekannt. Die Sendung „Der Fernsehkoch empfiehlt“ begann 1958. Insgesamt war Drummer über 25 Jahre im Fernsehen der DDR aktiv.

Hier ein kleiner Einblick von Kurt Drummer`s Kochsendungen im DDR-Fernsehen: