Ochsenschwanzsuppe

Allen künftigen Liebhabern von Ochsenschwanzsuppe sei erklärt:
Es gibt eine klare und eine gebundene Suppe. Und beide schmecken ausgezeichnet. Die klare Suppe ist eigentlich eine Kraftbrühe vom Ochsenschwanz, die gebundene hingegen tatsächlich eine Suppe, und zwar eine braune.

Über das Entstehen der Ochsenschwanzsuppe wird uns eine kleine Historie überliefert, die aus der Zeit der Französischen Revolution stammt. Ein verarmter Adliger beobachtete, wie in einer Gerberei von den Ochsenhäuten die Schwänze abgeschnitten und achtlos beiseite geworfen wurden. Er bat sich einige aus und bereitete daraus ein schmackhaftes Essen. Der Gerber machte übrigens recht bald ein lohnendes Geschäft aus dem Verkauf von Ochsenschwänzen.Zum Teil als Ragout, doch immer mehr als Suppe führten Pariser Restaurants diese Vorspeise später als Spezialität.

Als im 19. Jahrhundert bekannte Meister der französischen Küche nach England gingen, nahmen sie auch das Rezept für die Ochsenschwanzsuppe mit. Entsprechend den Lebensgewohnheiten der Engländer entstanden Varianten, die sowohl den französischen Einfluß als auch englische Gewohnheiten aufnahmen. Daher kennen wir heute meist nur die klare Ochsenschwanzsuppe als englische Nationalsuppe, obwohl ursprünglich beide Suppen aus Frankreich kamen. Die Engländer verwenden weder Klärfleisch noch Eiklar.

Gebundene Ochsenschwanzsuppe mit Brot
Gebundene Ochsenschwanzsuppe mit Brot / © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Oxtail soup with sliced bread-93321, CC BY-SA 4.0

Zutaten

500 g Ochsenschwanz,
2 Eßlöffel Öl,
1 Zwiebel,
Wurzelwerk,
Salz,
40 g Mehl,
1 1/2 l Wasser,
Paprika,
Rotwein.

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Zubereitung

Den gewaschenen Ochsenschwanz den Gelenken entsprechend zerteilen, im erhitzten öl anbraten, dabei Zwiebel und Wurzelwerk, fein geschnitten, sowie Salz zufügen. Wenn alles angebraten ist, das Mehl überstäuben. Ist es ebenfalls gebräunt, dann siedendes Wasser zugießen und 2 bis 3 Stunden kochen lassen. Die Suppe durchgießen, mit Paprika oder Pfeffer und Rotwein abschmecken. Das Fleisch von den Knochen lösen, kleinschneiden und in die Suppe geben.

Quelle: Wir kochen gut, Verlag für die Frau Leipzig 1986

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Anni. Lu

Hallo, meine Tante hat mir als Kind meine Lieblingssuppe – Ochsenschwanzsuppe gekocht. Ich weiß leider nicht was sonst noch drin war, aber an Soßenkuchen kann ich mich gut erinnern, weil er mich an Pfefferkuchen erinnerte. Ich meine auch, dass das einen Hauptteil an der Würze ausmacht. Kenne das auch als Zutat bei „Ochsenbäckchen“. Aber es gab wohl auch zu DDR-Zeiten regionale Unterschiede.