Zigaretten aus der DDR – f6, Karo, Cabinet, Club und andere Marken von früher
Wer an Zigaretten aus der DDR denkt, erinnert sich vielleicht sofort an eine bestimmte Schachtel. Die f6, die schlichte Karo, Cabinet, Club oder Juwel – viele dieser Namen gehörten über Jahrzehnte ganz selbstverständlich zum Alltag. Die Schachtel steckte in der Jackentasche, lag neben dem Aschenbecher auf dem Küchentisch oder wurde während der Arbeitspause hervorgeholt.
Rauchen war damals wesentlich sichtbarer als heute. In Gaststätten standen Aschenbecher auf den Tischen, bei privaten Feiern wurde selbstverständlich geraucht und auch an vielen Arbeitsplätzen gehörte die Zigarette zur Pause. Wer alte Familienfotos, Filme oder Aufnahmen aus Gaststätten betrachtet, entdeckt deshalb häufig irgendwo einen Aschenbecher oder eine brennende Zigarette.
Dabei gab es keineswegs nur eine einzige typische DDR-Zigarette. f6, Karo, Cabinet, Club, Juwel, Semper und Duett gehörten zu den bekannten Marken, hinzu kamen weitere Sorten und zeitweise auch importierte Zigaretten. Die Unterschiede lagen nicht nur im Geschmack und in der Gestaltung der Schachteln. Es gab Filterzigaretten und filterlose Sorten sowie erhebliche Preisunterschiede.
Heute sind die alten Schachteln vor allem Zeitzeugen der DDR-Alltags- und Konsumgeschichte. Dieser Beitrag soll das Rauchen nicht verherrlichen – Tabakkonsum ist gesundheitsschädlich und macht abhängig. Trotzdem lohnt sich aus historischer Sicht ein Blick darauf, welche Zigaretten es in der DDR gab, was sie kosteten und warum sich viele Menschen noch heute so genau an einzelne Marken erinnern.

Zigaretten gehörten zum sichtbaren Alltag
Die gesellschaftliche Wahrnehmung des Rauchens unterschied sich erheblich von heute. Eine Zigarette nach dem Essen, beim Kaffee oder zum Bier war für viele Raucher selbstverständlich. Bei privaten Feiern standen Aschenbecher auf dem Tisch, und auch in zahlreichen Gaststätten gehörten sie zur normalen Ausstattung.
Das war allerdings kein ausschließliches DDR-Phänomen. Auch in der damaligen Bundesrepublik und vielen anderen Ländern wurde wesentlich häufiger und selbstverständlicher in Innenräumen geraucht als heute.
Gerade deshalb sind alte Zigarettenschachteln interessante historische Gegenstände. Sie erzählen nicht nur etwas über das Rauchen selbst, sondern auch über Konsum, Preise, Werbung, Verpackungsdesign und industrielle Produktion.
Welche Zigaretten gab es in der DDR?
Das Angebot veränderte sich über die Jahrzehnte und umfasste unterschiedliche Preis- und Qualitätsstufen. Zu den bekannten Marken gehörten unter anderem f6, Karo, Cabinet, Club, Juwel, Semper und Duett. Das DDR Museum nennt Cabinet, f6, Juwel und Karo ausdrücklich als verbreitete Marken; für das VEB Kombinat Tabak sind darüber hinaus weitere Marken dokumentiert.
Nicht jede Sorte richtete sich an dieselben Käufer. Manche Zigaretten waren vergleichsweise preiswert und einfach gehalten, andere kosteten deutlich mehr. Hinzu kamen Unterschiede beim Filter, bei der Länge der Zigarette und natürlich bei der Tabakmischung.
Für viele Raucher entwickelte sich daraus eine feste Gewohnheit. Wer jahrelang dieselbe Sorte kaufte, erkennt deren Schachtel oft Jahrzehnte später noch auf den ersten Blick.
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f6 – eine der bekanntesten DDR-Zigaretten
Zu den bekanntesten Namen gehört zweifellos f6. Die Marke wurde Anfang der 1960er-Jahre eingeführt und in Dresden hergestellt. Im Gegensatz zu einigen preiswerteren Sorten handelte es sich bei f6 um eine Filterzigarette.
Der Markenname wurde so bekannt, dass f6 sogar die DDR überlebte und auch nach der Wiedervereinigung weiterverkauft wurde.
Hinter der Marke stand eine lange Dresdner Tradition der Zigarettenherstellung. Die Stadt war bereits lange vor Gründung der DDR ein bedeutendes Zentrum der deutschen Tabakindustrie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Betriebe verstaatlicht und später organisatorisch zusammengeführt.
1959 entstand der VEB Dresdner Zigarettenfabriken. Später gehörte die Produktion zum VEB Kombinat Tabak. Dresden blieb damit einer der wichtigsten Orte für die Herstellung von Zigaretten in der DDR.

Karo – filterlos und preiswert
Eine ganz andere Zigarette war Karo. Sie gehörte zu den Sorten ohne Filter und war vergleichsweise preiswert.
Eine erhaltene Originalpackung aus der Sammlung des DDR Museums enthält 20 filterlose Karo-Zigaretten. Auf der Schachtel ist ein EVP von 1,60 Mark angegeben.
EVP bedeutete Einzelhandelsverkaufspreis. Die Preise vieler Waren wurden staatlich festgelegt und waren häufig direkt auf die Verpackung gedruckt.
Gerade Karo ist vielen ehemaligen DDR-Bürgern noch ein Begriff. Die einfache Gestaltung der Packung und der niedrige Preis machten die Marke unverwechselbar.

Cabinet – 3,20 Mark für eine Schachtel
Ebenfalls sehr bekannt war Cabinet.
Eine erhaltene Originalpackung im DDR Museum enthält 20 Zigaretten und trägt einen EVP von 3,20 Mark.
Damit kostete Cabinet in diesem dokumentierten Beispiel genau doppelt so viel wie eine Packung Karo für 1,60 Mark.
Solche Preisunterschiede zeigen, dass man nicht pauschal sagen kann: „Eine Schachtel Zigaretten kostete in der DDR so und so viel.“ Entscheidend waren Marke, Ausführung und Zeitraum.

Club – mit 4 Mark deutlich teurer
Noch etwas höher lag Club.
Eine erhaltene Packung des VEB Kombinat Tabak Dresden mit 20 Zigaretten trägt einen EVP von 4,00 Mark.
Damit gehörte Club gegenüber einer preiswerten Sorte wie Karo bereits zu einer anderen Preisklasse.
Für ehemalige Raucher können gerade solche Zahlen Erinnerungen hervorrufen. Vielleicht weiß der eine oder andere noch genau, wie viel Geld am Kiosk oder in der Kaufhalle für die bevorzugte Schachtel auf den Ladentisch gelegt werden musste.

Juwel – ein Markenname mit langer Geschichte
Auch Juwel gehörte zum Zigarettenangebot.
Interessant ist die Geschichte hinter diesem Namen, denn die Dresdner Zigarettenindustrie begann nicht erst mit der DDR. Das Sächsische Staatsarchiv dokumentiert beispielsweise die Zigarettenfabrik Greiling, die mit der Marke Juwel verbunden war. Nach den wirtschaftlichen Umwälzungen der Nachkriegszeit ging der Betrieb schließlich in den volkseigenen Dresdner Zigarettenfabriken auf.
Damit wird an einer einzelnen Zigarettenmarke ein Stück deutscher Industriegeschichte sichtbar: Aus privaten Dresdner Herstellern wurden nach dem Krieg volkseigene Betriebe, die später in größeren Kombinaten zusammengefasst wurden.

Semper und Duett
Weniger präsent als f6 oder Karo, aber ebenfalls Teil des DDR-Sortiments waren Semper und Duett.
Historische Preisübersichten nennen für Semper einen Preis von 3,20 Mark. Duett wurde unter anderem als längere 100-mm-Zigarette angeboten und war deutlich teurer.
Gerade diese Unterschiede machen deutlich, wie vielfältig das Sortiment tatsächlich war. Die Vorstellung, in der DDR habe es nur wenige völlig identische Zigaretten gegeben, greift zu kurz.

Was kosteten Zigaretten in der DDR?
Die Preise unterschieden sich erheblich. Anhand erhaltener Verpackungen und historischer Preisangaben lässt sich zumindest ein Eindruck gewinnen.
| Marke | Ausführung | Preis |
|---|---|---|
| Karo | 20 Stück, filterlos | 1,60 Mark |
| Juwel | Packung | 2,50 Mark |
| f6 | Packung | 3,20 Mark |
| Semper | Packung | 3,20 Mark |
| Cabinet | 20 Stück | 3,20 Mark |
| Club | 20 Stück | 4,00 Mark |
| Duett | 19 Stück, 100 mm | 6,00 Mark |
Bei historischen Preisangaben sollte immer berücksichtigt werden, aus welchem Zeitraum und welcher Ausführung sie stammen. Preise einzelner erhalten gebliebener Schachteln sind deshalb zuverlässiger als pauschale Aussagen darüber, was „Zigaretten in der DDR“ generell kosteten.
Besonders interessant ist trotzdem die Spanne: Zwischen einer günstigen Karo und teureren Sorten lagen mehrere Mark.
Warum war Dresden die Stadt der Zigaretten?
Wer sich mit Zigaretten aus der DDR beschäftigt, landet zwangsläufig irgendwann in Dresden.
Die Stadt hatte bereits lange vor 1949 eine bedeutende Zigarettenindustrie. Hersteller wie Jasmatzi und Greiling gehörten zur Dresdner Tabakgeschichte. Das Sächsische Staatsarchiv dokumentiert beispielsweise, dass Georg Anton Jasmatzi bereits 1884 eine Zigarettenfabrik in Dresden gründete.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Unternehmen enteignet und als volkseigene Betriebe weitergeführt. Verschiedene Dresdner Hersteller wurden später organisatorisch zusammengefasst.
1978 entstand schließlich das VE Kombinat Tabak. Dresden entwickelte sich damit auch innerhalb der DDR zu einem zentralen Standort der Tabakindustrie.
Wenn auf einer alten Schachtel also ein Dresdner Hersteller auftaucht, steckt dahinter häufig eine Industriegeschichte, deren Ursprünge wesentlich weiter zurückreichen als die vier Jahrzehnte der DDR.
Gab es auch ausländische Zigaretten?
Nicht jede Zigarette, die in der DDR verkauft wurde, stammte aus heimischer Produktion.
Es gab auch Importe aus anderen sozialistischen Ländern. Ein interessantes Beispiel sind Porti Filter aus Albanien. Das DDR Museum dokumentiert eine solche Packung und nennt einen Verkaufspreis von 2,50 Mark in der DDR.
Solche Importprodukte brachten etwas Abwechslung in das Angebot.
Daneben hatten westliche Zigaretten einen besonderen Stellenwert. Sie gehörten allerdings nicht zum gewöhnlichen Angebot jeder Kaufhalle. Je nach persönlichen Kontakten und Einkaufsmöglichkeiten konnten manche DDR-Bürger dennoch an westliche Marken gelangen.
Zigaretten in der Gaststätte
Wer sich an eine Gaststätte in den 1970er- oder 1980er-Jahren erinnert, hat vielleicht auch noch die Aschenbecher auf den Tischen vor Augen.
Nach dem Essen wurde eine Zigarette angezündet, zum Bier wurde geraucht und bei Familienfeiern konnte der Raum nach einigen Stunden entsprechend verraucht sein.
Der berühmte „blaue Dunst“ gehört deshalb für viele Menschen zur Erinnerung an damalige Gaststätten.
Aus heutiger Sicht erscheint das ungewohnt. Nichtraucherschutz und Rauchverbote haben den Umgang mit Tabak in öffentlichen Räumen grundlegend verändert.

Rauchen am Arbeitsplatz
Auch im Arbeitsleben waren Zigaretten wesentlich präsenter.
Die Zigarettenpause gehörte in vielen Betrieben zum Alltag. Natürlich durfte auch damals nicht an jedem Arbeitsplatz geraucht werden. Sicherheitsvorschriften, Produktionsbedingungen und betriebliche Regelungen setzten Grenzen.
Trotzdem erinnern sich viele Menschen daran, gemeinsam mit Kollegen während einer Pause eine Zigarette geraucht zu haben.
Damit verband sich die Zigarette häufig auch mit sozialen Situationen: Man stand zusammen, unterhielt sich und machte einige Minuten Pause.
Filter oder filterlos?
Heute wird bei historischen Erinnerungen manchmal einfach von „DDR-Zigaretten“ gesprochen. Tatsächlich gab es deutliche Unterschiede.
Karo war beispielsweise filterlos, während f6 als Filterzigarette angeboten wurde.
Daneben gab es unterschiedliche Längen und Tabakmischungen.
Für einen Raucher waren diese Unterschiede selbstverständlich deutlich wahrnehmbar. Viele hatten deshalb ihre bevorzugte Marke und wechselten nicht ständig zwischen verschiedenen Sorten.

Zigaretten als Geschenk und Tauschobjekt
Konsumgüter konnten neben ihrem eigentlichen Gebrauch auch eine soziale Bedeutung besitzen. Zigaretten eigneten sich aufgrund ihrer kleinen Verpackung und ihres alltäglichen Verbrauchs besonders gut zum Mitbringen oder Weitergeben.
Gerade begehrtere oder ungewöhnliche Marken konnten interessant sein, wenn jemand Zugang dazu hatte.
Bei persönlichen Erinnerungen sollte allerdings zwischen individuellen Erfahrungen und allgemein belegbaren Verhältnissen unterschieden werden. Nicht jede Erfahrung eines einzelnen DDR-Bürgers lässt sich automatisch auf das gesamte Land und alle Jahrzehnte übertragen.
Warum erinnern sich so viele Menschen an die Verpackungen?
Das hat einen einfachen Grund: Alltagsgegenstände prägen sich ein.
Wer jahrelang dieselbe Schachtel gekauft hat, erkennt deren Farben und Gestaltung oftmals Jahrzehnte später wieder. Das funktioniert bei einer f6-Schachtel genauso wie bei alten Verpackungen von Kaffee, Waschmitteln, Süßigkeiten oder Getränken.
Ein einziger Gegenstand kann plötzlich eine ganze Erinnerung hervorrufen.
Vielleicht sieht jemand eine alte Karo-Packung und denkt sofort an den Großvater am Küchentisch. Ein anderer erinnert sich bei f6 an Kollegen in der Arbeitspause. Wieder jemand anderes verbindet Cabinet mit einer bestimmten Gaststätte.
Gerade deshalb sind alte Verpackungen für die Alltagsgeschichte so interessant.

Zigarettenwerbung in der DDR
Auch Tabakwaren mussten als Produkte erkennbar sein und wurden entsprechend gestaltet und präsentiert. Marken unterschieden sich durch Namen, Farben, Schriften und Verpackungsdesign.
Wer alte Schachteln nebeneinanderlegt, erkennt schnell, dass die Gestaltung keineswegs beliebig war. Die Verpackung sollte eine Marke wiedererkennbar machen.
Heute wirken viele dieser Designs ausgesprochen schlicht. Gerade diese Schlichtheit macht alte Verpackungen für Sammler jedoch interessant.
Was geschah nach der Wiedervereinigung?
Mit der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion 1990 und der anschließenden deutschen Wiedervereinigung veränderte sich auch der Zigarettenmarkt grundlegend.
Die volkseigenen Betriebe mussten sich plötzlich unter völlig anderen wirtschaftlichen Bedingungen behaupten. Internationale Tabakkonzerne übernahmen Teile der ehemaligen DDR-Produktion.
Die Marke f6 blieb erhalten und wurde auch nach 1990 weiterproduziert. Damit gehört sie zu jenen ostdeutschen Produktnamen, die den politischen und wirtschaftlichen Umbruch überlebten.
Die Dresdner Zigarettenproduktion wurde nach der Wiedervereinigung von Philip Morris übernommen. Die industrielle Tabakgeschichte Dresdens setzte sich damit noch über Jahrzehnte fort.
Alte Zigarettenschachteln sind heute Sammlerstücke
Was früher nach dem Öffnen meist achtlos im Müll landete, kann heute ein interessantes Sammlerstück sein.
Alte Zigarettenschachteln dokumentieren Marken, Hersteller, Preise und Gestaltung ihrer Zeit. Museen bewahren deshalb auch alltägliche Verpackungen auf.
Das DDR Museum besitzt beispielsweise historische Packungen von Karo, Cabinet, Club und f6 sowie Zusammenstellungen verschiedener DDR-Zigarettenschachteln. Solche Objekte sind für die Forschung und Dokumentation besonders interessant, weil sich auf ihnen konkrete Angaben wie EVP, Hersteller und Packungsinhalt nachvollziehen lassen.
Ein Gegenstand, der früher wenige Mark kostete und nach kurzer Zeit weggeworfen wurde, kann Jahrzehnte später also ein kleines Stück Zeitgeschichte darstellen.
Rauchen damals und heute
Bei aller Nostalgie muss dieser Punkt klar ausgesprochen werden: Rauchen ist gesundheitsschädlich und Tabak macht abhängig.
Dieser Beitrag soll deshalb keine Werbung für Zigaretten sein und das Rauchen in der DDR auch nicht romantisieren. Es geht um einen Konsumartikel, der zum damaligen Alltag gehörte und deshalb aus historischer Sicht dokumentiert werden kann.
Gerade der Vergleich zwischen damals und heute zeigt, wie stark sich gesellschaftliche Einstellungen verändern.
Rauchen in Gaststätten, Büros oder anderen Innenräumen war früher vielerorts selbstverständlich. Heute sind Nichtraucherschutz und die gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums wesentlich stärker im öffentlichen Bewusstsein verankert.
Mehr als nur f6 und Karo
Wenn heute über DDR-Zigaretten gesprochen wird, fallen meistens zuerst f6 und Karo. Das damalige Sortiment war jedoch vielfältiger.
Cabinet, Club, Juwel, Semper und Duett sind nur einige weitere Namen. Hinzu kamen Importzigaretten und je nach Zeitraum weitere Marken.
Ebenso unterschiedlich waren die Preise. Eine erhaltene Karo-Packung ist mit 1,60 Mark ausgezeichnet, eine Cabinet-Packung mit 3,20 Mark und eine Club-Packung mit 4 Mark.
Schon daran lässt sich erkennen, dass die Zigarettenwelt der DDR differenzierter war, als eine einfache Aufzählung von zwei oder drei bekannten Marken vermuten lässt.
Zigaretten aus der DDR als Stück Alltagsgeschichte
Alte Zigarettenschachteln erzählen überraschend viel über ihre Zeit. Sie dokumentieren Konsumgewohnheiten, Preise, Industriegeschichte und Produktgestaltung.
Gleichzeitig sind sie eng mit persönlichen Erinnerungen verbunden. Die eine Marke erinnert an die Eltern oder Großeltern, eine andere an die Arbeit, eine Gaststätte oder eine Feier.
Besonders die Dresdner Zigarettenindustrie zeigt außerdem, dass viele Geschichten nicht erst 1949 begannen. Die DDR übernahm eine bereits bestehende industrielle Tradition, organisierte die Betriebe neu und führte verschiedene bekannte Markennamen weiter.
Nach 1990 änderten sich Produktion und Markt erneut grundlegend.
Damit erzählen f6, Karo, Cabinet, Club und die vielen anderen Schachteln letztlich auch ein kleines Stück deutscher Wirtschafts- und Alltagsgeschichte.
Welche Zigarettenmarke habt ihr noch in Erinnerung?
Jetzt seid ihr gefragt: Welche Zigaretten aus der DDR kennt ihr noch?
Habt ihr selbst f6, Karo, Cabinet, Club, Juwel oder eine andere Marke geraucht? Vielleicht haben auch eure Eltern oder Großeltern immer dieselbe Sorte gekauft.
Besonders spannend wäre:
Welche Marke war es? Was kostete die Schachtel? Wo habt ihr sie gekauft? Und gab es eine Sorte, die besonders begehrt oder schwer zu bekommen war?
Schreibt eure Erinnerungen gern in die Kommentare. Gerade solche persönlichen Geschichten machen deutlich, wie unterschiedlich der Alltag erlebt wurde.

Häufige Fragen zu Zigaretten aus der DDR
Welche Zigarettenmarken gab es in der DDR?
Zu den bekannten Marken gehörten unter anderem f6, Karo, Cabinet, Club, Juwel, Semper und Duett. Daneben gab es weitere Sorten sowie zeitweise importierte Zigaretten aus anderen sozialistischen Ländern.
Was kostete eine Schachtel Zigaretten in der DDR?
Das hing von Marke, Ausführung und Zeitraum ab. Erhaltene Originalpackungen dokumentieren beispielsweise 1,60 Mark für 20 filterlose Karo, 3,20 Mark für 20 Cabinet und 4 Mark für 20 Club.
Welche DDR-Zigarette war besonders günstig?
Karo gehörte zu den preiswerten Sorten. Eine erhaltene Originalpackung mit 20 filterlosen Zigaretten trägt einen EVP von 1,60 Mark.
Hatten Karo-Zigaretten einen Filter?
Nein. Die dokumentierten Karo-Zigaretten waren filterlos.
War f6 eine DDR-Zigarette?
Ja. f6 wurde Anfang der 1960er-Jahre eingeführt und in Dresden hergestellt. Die Marke wurde auch nach der Wiedervereinigung weitergeführt.
Wo wurden DDR-Zigaretten hergestellt?
Ein besonders bedeutender Produktionsstandort war Dresden. Dort existierte bereits lange vor Gründung der DDR eine große Zigarettenindustrie. Später wurden verschiedene volkseigene Betriebe im VEB Kombinat Tabak zusammengefasst.
Was bedeutete EVP auf einer Zigarettenschachtel?
EVP steht für Einzelhandelsverkaufspreis. Der festgelegte Verkaufspreis war bei vielen DDR-Produkten direkt auf der Verpackung angegeben.
Gab es ausländische Zigaretten in der DDR?
Ja. Neben einheimischen Marken wurden zeitweise Zigaretten aus anderen Ländern importiert. Ein dokumentiertes Beispiel sind Porti Filter aus Albanien, die laut DDR Museum in der DDR für 2,50 Mark angeboten wurden.
Quellen
Für historische Produktangaben und erhaltene Originalverpackungen sind insbesondere die Sammlungen des DDR Museums Berlin hilfreich. Zur Geschichte der Dresdner Tabakindustrie bieten die Unternehmensbestände des Sächsischen Staatsarchivs wichtige historische Informationen.
Bei Preisangaben zu einzelnen Marken sollte immer berücksichtigt werden, dass sich Ausführungen und Preise im Laufe der Zeit verändern konnten. Deshalb wurden nach Möglichkeit Angaben von erhaltenen Originalpackungen verwendet.
Hinweis
Dieser Beitrag beschäftigt sich ausschließlich mit Zigaretten als Teil der DDR-Alltags- und Konsumgeschichte. Tabakkonsum ist gesundheitsschädlich und kann abhängig machen.